Tabriz - Teheran (Iran)

Endlich - wir passieren die Iranische Grenze! Es ist der 2.1.09, wir haben blauen Himmel und somit freien Blick auf den atemberaubenden Berg Ararat in seinem weissen Kleid. An der Grenze ist nicht viel los, ein paar Autos/LKWs und nur 3 Fussgaenger (ein Tuerke und wir beide). Nach der Passkontrolle oeffnet sich das grosse Eisentor ein kleines Stueck, gerade mal soviel, dass wir durchpassen, um sich direkt hinter uns wieder zu schliessen - schon irgenwie ein komisches aber bewegendes Gefuehl: Freude und Neugier zugleich, denn wir haben ja so lange davon getraeumt... was erwartet uns?
Von der Grenze nehmen wir einen Bus, dann ein Taxi und dann nochmals einen Bus, der uns in 4 Stunden nach Tabriz bringt - erste groessere Stadt auf unserer Route. Der Weg dorthin ist von riesigen Bergen umgeben und Winterlandschaft pur - weiss soweit das Auge sehen kann. Mit der Zeit werden die Berge kleiner bzw. entfernen sich und ein weites Tal fuehrt uns nach Tabriz, wo wir abends ankommen.

Tabriz
couchsurfing klappt hier diesmal nicht wie gedacht, denn unser Gastgeber (mit dem wir schon einige Tage vorher in Kontakt waren) hat uns ein (nicht gerade guenstiges) Hotel gebucht und erst vor Ort erklaert, dass er wegen Ashura (groesstes Iranisches Trauerfest) keinen Platz in seinem Haus hat... aber auch das vereinbarte Treffen mit ihm am naechsten Tag klappt nicht, weil es wieder irgendeinen Grund gibt... aber das ist alles nicht so schlimm, denn irgendwie waren wir eh nicht auf einer Wellenlaenge und er scheint sehr sehr konservativ. Am naechsten Tag haben wir uns eine guenstigere Unterkunft gesucht und waren letztendlich auch froh, unabhaengig zu sein.
Wir bleiben insgesamt 3 Tage in Tabriz, um uns die Stadt, ein paar Sehenswuerdigkeiten und vor allem den Bazar anzuschauen. In der Touristen-Information bekommen wir sehr gute Tipps und der Betreiber spricht fliessend deutsch und franzoesisch.
Ein paar Woerter ueber die Iraner:
Auf der Strasse fallen wir echt auf: die Leute fixieren uns mit ihren Blicken, drehen sich nach uns um, tuscheln und lachen ueber uns... wir fuehlen uns ein bisschen wie Ausserirdische. Aber wir muessen auch zugeben, dass sich unsere Kleidung sehr von deren unterscheidet, besonders Sandra im Vergleich zu den Iranerinnen, die meist einen schwarzen Tschador oder zumindest einen dunklen langen Mantel tragen.
Ansonsten kommt es sehr haeufig vor, dass uns die Iraner auf der Strasse oder in Geschaeften ansprechen, weil sie gern wissen moechten, wo wir herkommen und warum wir im Iran reisen. Und fast alle haben das Beduerfnis, uns zu erklaeren, dass sie anders denken als ihre Regierung. Natuerlich bieten uns alle ihre Hilfe an und man merkt, dass es von Herzen kommt!
In der Touristen-Information werden wir uebrigens von einem lokalen Radiosender interviewt! Es geht um das bereits angesprochene Trauerfest Ashura, zur Erinnerung an den Tod des Iman Hussein, Nachfolger des Propheten Mohammed, welcher von den Sunniten ermordert wurde. In dem Interview fragt man uns nach unserer Meinung zu diesem Trauerfest, was wir daruber wissen und denken etc. Kurz danach treffen wir dort auch ein sehr nettes Australisches Paar, die seit 5 Monaten reisen und mit denen wir 2 Tage in Tabriz verbringen.
Waehrend unseres letzten Abends werden wir alle vier von dem ehemaligen Englischlehrer Ali nach Hause zum Tee eingeladen. Es ist ein sehr netter Abend mit ihm, seiner Frau und einem seiner Soehne (28 Jahre). Sie sind sehr offen und herzlich - unsere erste echte Erfahrung der Iranischen Gastfreundschaft und Kultur.

Am 6. Januar fahren wir mit dem Bus nach Teheran, wo wir nach 9 Stunden in einem ueberheizten Bus ankommen und an der Metrostation von unseren Couchsurfing-Gastgeber erwartet werden. Diesmal klappt es naemlich super mit couchsurfing: zwei Leute haben uns angeboten, bei ihnen zu wohnen. Also bleiben wir 4 Naechte bei dem einen (Pezhman) und 4 Naechte bei dem anderen (Karim). Pezhman (19 Jahre), ein Informatik-Student, zeigt uns die schoensten Museen und Palaeste in Teheran. Ausserdem kocht er jeden Tag fuer uns traditionelle Iranische Gerichte (ok, sie wurden von seiner Mutter gekocht und tiefgefroren, aber total lecker!). Er will, wie die meisten Iraner, die wir treffen, alles fuer uns bezahlen. Es ist schwierig, sich dagegen durchzusetzen und auch mal selbst zu bezahlen. Alle sagen immer, dass es fuer sie selbstverstaendlich sei, weil wir doch ihre Gaesten seien.
Karim (36 Jahre), unser zweiter Gastgeber, lebt mit seinem Vater (69 Jahre) in einem riesigen Haus, noch aus der Zeit des alten Regimes (Regime des Shahs). Sie behergen manchmal 8 couchsurfer gleichzeitig. Zur Zeit sind wir 5 couchsurfer (2 aus Litauen, 1 aus Brasilien und wir). Es ist wirklich beeindruckend hier, wie ein Hostel mit Vollpension, nur eben gratis! Scheinbar sind sie sehr wohlhabend und der Sohn langweilt sich vielleicht ein bisschen und deshalb haben sie vor ca. 6 Monaten mit couchsurfen angefangen... Fuer uns ist das echt ein Paradies: Wir haben ein eigenes Zimmer und Bad, es gibt Internet, eine Tischtennis- Platte in einem der vielen Raeume, ein DVD Spieler mit zig Videofilmen auf englisch...

Uebrigens, um sich mehr anzupassen, hat sich Sandra eine lange schwarze Strickjacke gekauft, also etwas, was auch die Iranerinnen tragen - die "Tarnung" klappt perfekt: es sieht nicht nur gut aus, sondern von einem Moment auf den anderen schaut sie keine Iranerin mehr komisch an!

In Teheran gibt es einige schoene Gebaeude (vor allem Moscheen), aber der Rest ist nicht so interessant: sehr hektischer Verkehr und starke Luftverschmutzung. Die Iraner sind sehr nett, solange sie nicht am Steuer eines Fahrzeugs sind... denn dann werden sie zu Barbaren. Die Uebergaenge fuer Fussgaenger werden ueberhaupt nicht beachtet, sondern die Menschen ueberqueren die breiten Strassen (bis zu 6 Spuren) wo es gerade passt und zwingen die Autos zum Stoppen... der Staerker ueberlebt! (angeblich soll es hier auch ein Gesetz geben, dass bei einem Unfall immer der Fussgaenger recht hat, aber das koennen wir irgendwie nicht glauben)

Wie schon oben angedeutet, ist es sehr interessant, dass die Iraner, die wir treffen, immer darauf bedacht sind, uns zu erklaeren, wie sehr sie die Gesetze ihres Landes sowie ihre Regierung verachten. Viele schaemen sich der Aussenpolitik ihrer Regierung. Selbst die, die nur sehr wenig Englisch sprechen, kommen zu uns und sagen: "Iranian are very nice people. People and gouvernement = big difference!" "welcome! we like foreigners"...

Fuer die jenigen, die es interressiert, kommt am 29. Januar der Dokumentarfilm"Reich des Boesens" in die deutschen Kinos. Der Dokumentarfilm REICH DES BÖSEN porträtiert das Leben fünf verschiedenerMenschen in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Er begleitet zwei Frauen, zwei Männer und ein junges Mädchen in ihrem Alltaginmitten der islamisch geprägten Gesellschaft des heutigen Irans und gewährtdabei einen Blick hinter die Kulissen des Gottesstaates. Weitere Infos auf
http://www.reichdesboesen.de/

Unsere naechste Etappe fuehrt uns in den Nord Osten nach Mashad - ein wichtiger Pilgerort fuer alle Shiiten. Sie besuchen dort den heiligen Schrein des Imman Reza. Sein Grab befindet sich in einem beeindruckenden Gebaeudekomplex - eine fazinierende Architektur, die mit zu den schoensten Sachen gehoert, die wir bisher gesehen haben. Fotographieren war aber nicht
erlaubt...Ach ja, der Chador war fuer Sandra Pflicht.
Nach 6 Tagen bei unserem Gastgeber, Mehdi, geht es am 20.01. weiter in Richtung Wueste (Zentral Iran). Wir haben so viele nette Menschen in Mashad kennengelernt, dass wir laenger als geplant geblieben sind.

Zu den Photos: http://picasaweb.google.com/Sandra.Nicolas.auf.Weltreise/IranPart1TabrizTehranMashad?feat=directlink

Enfin - nous passons le frontiere Iranienne! On est le 2. Janvier 2009, le ciel est degage et on a une vue magnifique sur le mont Ararat dans sa robe blanche. A la frontiere il n'y a pas grand monde a part un Turc qui va chez le dentiste de l'autre cote et nous deux. On marche ensemble les 800 metres nous separant du poste de controle. Apres un tampon sur notre passeport le gigangtesque portail metallique s'entrouvre tout juste de quoi nous laisser passer, il se referme juste apres. C'est un moment tres emouvant: joie et curiosite en meme temps, un brin d'anxiete aussi...on en a reve si longtemps. de cet Iran...nous verons bientot ce qui nous attend?

De la frontiere nous prenons un bus, puis un taxi et encore un bus, qui en 4 heures nous enmene a Tabriz, premiere grande ville sur notre route. Le chemin est parseme de hautes montagnes et de paysages hivernaux, on roule dans des vallees etroites. Peu a peu les montagnes s'eloignent, retrecissent et la valle s'elargie, les montagnes ne sont plus que loin a l'horizon

Tabriz
Une tentative de "couchsurfing" (www.couchsurfing.com) tourne court - notre hote (avec qui nous avions pris contact depuis quelques jours) nous a reserve une chambre d'hotel! Il pretexte qu'il ne nous attendait que dans 2 semaines et qu'en ce moment il a de la famille chez lui...mais dans nos mails, nous avions toujours ete tres precis quand a la date de notre arrivee. Peu importe. Comme ce n'est pas tres bon marche, le lendemain on demenage pour une petite pension. On perd vite le contact avec notre "hote" qui apparement n'est pas vraiment interresse. Tant mieux car il est peu fiable et de plus est tres conservatif.
On reste 3 jours a visiter la ville, ses monuments, son bazar. A l'office du tourisme on nous donne de bon conseils, l'employe parlant couramment le francais et l'allemand.
A propos des Iraniens:
Dans la rue et bien on peu dire qu'on attire les regards: les gens nous fixent, se retournent dans la rue, se chuchote a l'oreille et sourient...on se sent un peu comme des "betes sauvages"!
Il faut dire qu'on a pas le meme look qu'eux...surtout Sandra qui comparee aux Iraniennes ne passe pas vraiment innapercue...
Dans la rue il est frequent que des gens nous abordent pour nous proposer leur aide, pour nous souhaiter la bienvenue ou encore pour savoir d'ou l'on viens.
A l'office du tourisme la radio locale nous interview! En Iran c'est la fete de l'Ashura, une commemoration de la mort de l'imman Hussein, descendant du prophete, assassine par des Sunnites. On nous demande notre avis sur cette fete, ce que l'on sait, ce que l'on en pense etc.
Puis on rencontre un couple d'australien voyageant depuis 7 mois, on va passer les deux prochaines journees ensemble.
Durant notre derniere soiree a Tabriz on est invites a boire le the par Ali, un prof a la retraite. On fait connaissance de sa femme et d'un de ses fils (28ans). Ils sont tres ouverts et tres chaleureux. C'est notre remier contact approfondi avec la culture Irannienne.

Le 6 janvier on est en route pour Teheran, apres 9heures de route on est accueilli par notre hote a la sortie du metro. On fait a nouveau du couchsurfing: cette fois cela marche tres bien. Deux personnes nous ont propose de nous heberger. On decide de passer 4 nuits chez le premier hote et 4 chez le second. Le premier, un etudiant en informatique, nous guide et nous fait visiter de nombreux musee et palais. Il nous fait egalement decouvrir plusieurs plats traditionnels.
Il veut, comme la plupart des Iraniens que nous rencontrons, tout payer pour nous. Il est dur de s'imposer et de payer. Ils disent sans arret que nous sommes leurs hotes et que c'est normal.
Le second vit avec son pere dans une grande maison de l'epoque de l'ancien regime (regime du Schah). Il heberge parfois 8 couchsurfer en meme temps. Pour l'instant on est 5 (2 Lituaniens, 1 Bresilien et nous). Lui et son pere sont incroyable, c'est comme un hostel sauf que c'est gratuit...le pere fait meme la cuisine le midi. Apparement ils ont beaucoup d'argent et s'ennuient, donc ils hebergent des couchsurfer! Ma foi, pour nous c'est ideal...il y a internet, une table de ping pong, un lecteur de dvd et des centaines de films en anglais, on a une chambre et notre douche...c'est incroyable. Seul petit hic...Notre hote aime par contre parler et se lance frequement dans des monologues sans fins :-)

Ne pouvant plus supporter les regards inssisants des hommes et des femmes dans la rue, Sandra opere un relooking! On lui achete un manteau noir semblable a ceux que portent de nombreuses Iraniennes...cela est une vrai metamorphose...elle se font beaucoup plus dans la foule et on attire un peu moins les regards!

Teheran a quelques beaux monument a voir (principalement des mosquees) mais le reste est peu interressant: traffic tres important, pollution. Les Iraniens sont tres sympas tant qu'ils ne sont pas au volant d'un vehicule...la se sont de vrai barbare. Les passages pietons ne sont pas du tout respectes. Les gens traversent n'importent ou et il faut forcer le passage, les voitures ne s'arretent JAMAIS pour laisser passer les pietons...c'est la loi du plus fort...aux pietons de se frayer un chemin. Ils sont franchement fous au volant...

Les Iraniens avec qui nous parlons ont en general un discours tres different de celui qu'on aurait pu attendre. Les gens ne manque pas de nous signaler que beaucoup de lois sont stupides et le gouvernement aussi!! Beaucoup de gens ont honte de la politique exterieure de leur gouvernement. Il y a des gens qui viennent nous voir et qui parlent que quelques mots d'anglais et nous disent: "Iranian are very nice people. People and gouvernement = big difference!" "welcome! we like foreigners"...
Nos hotes dans leurs discours semblent beaucoup plus europeens qu'Iraniens...On est vraiment surpris.


Notre prochaine etape sera Mashad au nord est de l'Iran, une ville de pelerinage.
Elle possede en effet la tombe de l'Imam Reza, qui est venere par les chiites. Tout autour de la
tombe est construit un complexe fantastique, un des plus beau site que nous ayons vus.
Malheureusement il etait interdit d'emmener un appareil photo sur le site. Sandra s'est fait preter un Chador pour pouvoir entrer.
Apres 6 jours chez notre hote, Mehdi, nous quittons Mashad (20.01.09) pour le desert...
L'experience de Mashad aura ete interressante pour nous sur le plan humain avant tout!
Voir les photos:
http://picasaweb.google.com/Sandra.Nicolas.auf.Weltreise/IranPart1TabrizTehranMashad?feat=directlink

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Hallo ihr Beiden,
ach es immer wieder schön von euch zu lesen. Ein großartiges Abenteuer, das ihr erleben könnt. Da werde ich schon ein bisschen wehmütig. Eure Erlebnisse sind wirklich besser als jeder Film, es ist teilweise berührend zu lesen wie viele herzliche, freundliche Menschen ihr trefft oder wenn Nicolas von den waghalsigen iranischen Autofahrern berichtet. Wo seid ihr denn jetzt gerade? Immer noch im Iran? Wahrscheinlich habt ihr das Gefühl gar nicht alles sehen zu können, oder?
Ich war jetzt für ein paar Wochen beruflich in Wien und obwohl das ja nun nicht so weit weg und dazu noch in Europa ist, erlebt man so viele schöne Sachen, die man im Nachhinein gar nicht mehr in aller Ausführlichkeit schildern kann, umso schöner ist doch wirklich das Blog, das es uns allen da draußen ermöglicht, an euren Abenteuern teilzuhaben. Soviel könntet ihr ja gar nihct erzählen, wenn ihr wieder da seid.
Ich hoffe euch beiden geht es gut, ihr genießt eure Zeit und seid einander eine Stütze. Habt ihr auch manchmal Heimweh? Weihnachten war sicherlich eine Ausnahmesituation, aber jetzt?
Ich drück euch beide ganz fest. Lasst es euch gut gehen und freut euch, dass ihr von dem ganzen Stress hier in Deutschland (Finanzkrise) nichts (oder nur wenig) mitbekommt. Meinen Mirko sehe ich manchmal noch 5 Minuten am Abend. Also über gemeinsame Zeit könnt ihr euch ja wahrscheinlich wirklich nicht beschweren ;-)
Alles Liebe von eurer Frauke